Geschichte
 

Bekannt ist Sansibar als die Gewürzinsel. Seit Jahrzehnten werden dort Gewürznelken geerntet und weiterverarbeitet. Reisende, Händler, Abenteurer, Glücksritter und Kolonialisten aus aller Welt - sie alle wurden von Sansibars Zauber angezogen, und diese Faszination dauert nun schon Jahrhunderte. Sumerer, Assyrer, Ägypter, Phönizier, Inder, Chinesen, Malaien, Perser, Portugiesen, Araber, Holländer und Briten, sie alle landeten an dem weißen Sandstrand der exotischen Insel und jeder hinterließ andere Spuren.

Ursprünglich war Sansibar von den Bantus bewohnt. Um das Jahr 50 unserer Zeitrechnung wird Sansibar zum ersten Mal in dem griechischen Seeführer Periplusmaris Eritrea genannt. Woher der Name Sansibar kommt, konnte bisher nicht ergründet werden. Die Araber, so jedenfalls behauptet Richard Burton, leiteten den Namen Sansibar aus dem Satz "zayn za`l bar" ab, und das bedeutet: " Schön ist diese Insel".

Der erste Einfluß aus der islamischen Welt kam über die Handelsrouten des indischen Ozeans nach Sansibar. Perser und Araber aus der Golfregion segelten hauptsächlich während der Monate November bis März; dies war die Zeit der trockenen Monsunwinde aus Nordost. Zurück kehrten sie mit dem Süd-Ost-Monsun. Um 700 blieben einige Araber auf der Insel, sie bauten sich Steinhäuser, und seit 1107 ruft der Muezzin von einer aus Korallenkalkstein gebauten Moschee zum Gebet. Die Araber, die hauptsächlich aus Oman kamen, heirateten in die einheimische Bevölkerung ein: so entstand das Volk der Suaheli.

Die Shirazi, Siedler aus der persischen Golfregion, kamen um 1200 auf die Insel. Auch sie vermischten sich mit der heimischen Bevölkerung und trugen dazu bei, daß Sansibar ein Schmelztiegel der Kulturen wurde. Persische, arabische, chinesische und indische Händler besuchten laufend Sansibar und tauschten Waren wie z.B. Elfenbein, Rhinozeros-Horn, Gewürze, Seide und vieles mehr. Die Portugiesen kamen als Eroberer, einer ihrer kühnsten Seefahrer, Vasco da Gama, landete 1498 bei Jamgiber. Die übrigen seefahrenden Nationen Europas folgten bald nach. Sie beherrschten die gesamte ostafrikanische Küste und praktizierten eine Mischung aus Wohlfahrt, Plünderung und falschen Verträgen. 200 Jahre lang sollten sie Sansibar nicht mehr verlassen.

Die portugiesische Dominanz wurde erschüttert, als die Oman-Araber 1652 Zanzibar eroberten. Der Sklavenhandel begann sich zu entwickeln und wurde zum Faktor, der alles ändern sollte. Die steigende Nachfrage an Sklaven war an die Expansion der Kolonialmächte gekoppelt. Der arabische Sultan Sayyid Said aus Oman erkannte den möglichen Profit und verlegte seinen Hof von Muskat im Oman nach Sansibar.

    

Der Sklavenhandel verdrängte Sansibars traditionellen Export von Elfenbein, Kautschuk, Kaurischnecken, Fellen und Gewürznelken. Von 1840 bis 1856 war Sansibar die wohl wichtigste Handelsstadt an der Ostküste Afrikas, bis zu 50.000 Sklaven wurden jährlich auf dem Sklavenmarkt der Stadt verkauft. Dank "Her Majesty`s Royal Navy", die über den dortigen Seeabschnitt herrschte, wurde der neue Sultan Sayyid Barghash nolenz volenz 1873 gezwungen, zu kapitulieren: Er mußte einer öffentlichen Ächtung des Sklavenexports von dieser Insel zustimmen. 1885 teilte die Berliner Konferenz Afrika in Einflußsphären auf. Der Sultan von Sansibar regierte weiterhin über Pemba und Sansibar (allerdings unter britischem Schutz). Deutschland wurde das restliche Tansania (gemeinsam mit Ruanda und Burundi = Deutsch Ost Afrika) zugesprochen. Deutschland regierte mit eiserner Hand, der Maji-Maji-Aufstand, (1905, 1906 ) war das traurigste und blutigste Ereignis. Jedoch wurde in dieser Zeit der Grundstein für eine moderne Entwicklung des heutigen Tansanias gelegt. Eisenbahnen und Straßen wurden geplant und gebaut, Schulen und Krankenhäuser errichtet, Dar es Salaam, ein Dorf, zur Hauptstadt ausgebaut. In einer blutigen Revolution wurde im Januar 1964 - nur einen Monat, nachdem Sansibar seine Unabhängigkeit von den Briten erlangt hatte - der Sultan entmachtet. Am 24. April wurde die neue Republik Tanganyika mit Sansibar vereint, und der neue Staat gab sich den Namen Tansania.

1967 erfolgt die Verkündung der Arusha Deklaration. Der unabhängige, tansanische Weg zum Sozialismus wird klar aufgezeigt. Das 1990 ins Leben gerufene Investment Promotion Centre (IPC) soll nicht nur tansanische staatliche, sondern auch tansanische und ausländische private Investitionen ankurbeln. Somit entfernt sich Tansania in den 90ern vom sozialistischen Prinzip und richtet sich heute mehr und mehr nach westlichen Maßstäben.

         

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